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„Alles hat einmal ganz klein angefangen“,so sagte es ein Benediktinerpater in einem Fernsehbeitrag zur neu erstandenen ‚Benediktinercella’ auf der Klosterinsel Reichenau.

So fing auch das „franziskanische Zentrum“ in Michelstadt-Rehbach (Odw.) vor 10 Jahren ganz klein an: An einem kleinen Ort mit 600 Einwohnern, in einem kleinen baufälligen Haus (damals „Hütte“) und einem bescheidenen Vespergebet in der kleinen Rehbacher Friedhofskapelle am 19. November 1993, dem Festtag der heiligen Elisabeth. Dies war wohl das erste Stundengebet in der alten Barthölomäus- und Johanniterkirche seit der Reformation (um 1530).

tau_1bHeute ist das „Zentrum“ immer noch ein kleines franziskanisches, geistliches Projekt auf der Grundlage des Dritten Ordens, das aber durch vielfältige Initiativen vielen Menschen neue christliche Glaubensimpulse geben konnte.

Inzwischen ist eine kleine „Elisabeth-Franziskus-Kapelle“ gegenüber vom „Pilgerhäuschen“ aus einem alten Backhaus entstanden und die alte Scheune wurde zu einem Wohn-Anbau umgebaut, vieles mit eigener Hände Arbeit und vielen Helfern und Helferinnen.

„Baue meine Kirche wieder auf,“dieser franziskanische Anruf vom Gekreuzigten in S. Damiano in Assisi wurde auf die heutige Zeitsituation neu umgesetzt. “Lasst uns neu anfangen“, so sagte es der hl. Franziskus in seinem geistlichen Testament kurz vor seinem Tod.

Damals im Mittelalter des Franziskus und der Elisabeth waren die „Armen und Kranken“ Opfer durch Verelendung, Hunger und Ausbeutung. Heute sind es jene Menschen, die durch materiellen Reichtum innerlich arm geworden sind. Ihnen gilt es in vielfältiger Weise vor allen durch spirituelle Angebote zu helfen. Heilen heisst heute, Orte der Stille, der Meditation, des Gesprächs, der Begegnung, des Gebetes und der Anbetung zu schaffen.

Der Mensch muss wieder in Einklang mit der ganzen Natur gebracht werden, damit er aus einer geistlichen Mitte leben kann. Entleert und heimatlos, ungeliebt und einsam werden heute viele seelisch krank. Die Hospitäler der heutigen Zeit werden Heilungszentren sein,die auf die auf die seelisch-geistlichen Bedürfnisse der Menschen eingehen. Die christliche Religion hat alle Grundvoraussetzungen für einen solchen Ansatz. Was die Klöster bereits anbieten, lässt sich auch an Orten inmitten der Lebensräume der Menschen verwirklichen.

In einer Welt der Hektik und Oberflächlichkeit, von Stress und Zerissenheit, von Lärm und Sprachlosigkeit braucht es Orte, die projekt1Hilfen, Anleitung, und Begleitung geben, geistliche Raststätten, wo man wieder von den Strassen des Lebens ‚auftanken’ kann. Ein leerer Brunnen kann kein Wasser mehr geben. Unsere menschlichen ‚Brunnen’ sind weitgehend leer geworden. Wir haben Durst nach mehr als nur materielle Bedürfnisbefriedigung (Konsum). Deshalb können geistliche ‚Brunnen’ den Durst der Menschen löschen, damit sie nicht in den Wüsten unserer Zeit verdursten. Brot und Rosen stehen für den Einsatz der heiligen Elisabeth von Ungarn-Thüringen. Brot haben wir. Was uns fehlt, sind die Rosen (Liebe) zur ganzen Schöpfung.

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