Pilgerwege

Die Kirche war von Anfang an eine „pilgernde“ Kirche. Bereits im Alten Testament wird uns von Aufbrüchen berichtet: Abraham, Mose und die Pilgerstätte Jerusalem zum Ort des heiligen Tempels.

pilger0Aber auch danach machten sich Glaubenszeugen ständig auf den Weg – oft unter großen Gefahren und Strapazen, die Botschaft Jesu von Heil zu verkünden. Man denke nur an die Apostel, die iro-schottischen Mönche und die alten Wallfahrtsstätten Santiago de Compostella, Rom und hierzulande das Hessische Marburg.

Pilgernde Kirche drückt das „unterwegs sein“ aus, das Vorläufige, das Provisorisch, die Danamik entgegen allen statisch-eingefahrenen Strömungen, die es auch immer gab. “Pilgerndes Gottesvolk“, dies war auch das prägende Bild des II. Vatikanums, von
Johannes XXIII. ins Leben gerufen (1962-65). Immer dann, wenn die Kirche es sich ohne innere Erneuerung verfestigt eingerichtet hatte, lief sie Gefahr, sich von den ursprünglichen Glaubens-Quellen des Evangeliums zu entfernen.

Von daher zählt es zu den anfänglichen Erneuerungs-Bestrebungen des „Franziskanischen Zentrums“, sich an den pilgernden Prozessen unserer Neuzeit zu beteiligen. Mehr noch: Es erwuchs die Idee, sich nicht nur zu einem Pilger-Ort hin zu begeben, sondern von einem Pilger-Ort nach Hause zurückzukehren, erfüllt und gefüllt und gestärkt mit den geistlichen Erfahrungen, die man an solchen Heils-Orten machen kann.pilger2

Taize, Assisi und Marburg wurden für das „Franziskanische Zentrum“ die am meisten nachhaltigsten Pilger-Orte der Neuzeit. Taize als ökumenische Stätte der Einheit und Versöhnung, Assisi als Stätte der Einübung in eines einfachen Lebensstils (freiwillige Armut im Geiste der Bergpredigt), Marburg als Stätte des Hospitalgedankens im Dienst an den Nächsten.

Es galt, das Erfahrene in den Alltag umzusetzen, nämlich dort, wo wir mit unseren kleinen Möglichkeiten, mit unserer kleinen Kraft hingestellt sind. „Taize“ und „Assisi“ und „Marburg“ sind mitten unter uns.

So ist im Laufe der Zeit ein Netzwerk von Pilgerbewegungen entstanden, vor allem ökumenisch, mit dem das „Franziskanische Zentrum“ bis heute in Verbindung steht.

Als  bisher einziger Pilgerweg seit dem Mittelalter  wurde die Route Assisi-Mainz bettelnd und zu Fuß (also ohne Geld und materielle Absicherung) mit verschiedenen Begleitpersonen  von Diakon Jaksche  in sieben Jahresetappen durchgeführt in jeweils sieben Tagen mit einer Teilstrecke von  185- 225 km. Begonnen wurde 1994 und beendet wurde diese Pilgerstrecke im Heiligen Jahr 2000. Ein erfolgreich verlaufener  Testweg 1992 von Worms nach Würzburg hatte die  nötigen Voraussetzungen dazu geschaffen.

Eine ziemlich detaillierte  Beschreibung  von der ersten Franziskanermission 1221 (Jordan von Giano) lag dem Assisi-Mainz-Pilgerweg zugrunde. Eine Reihe Medien haben die Jahre hindurch darüber berichtet, zuletzt das Bayerische Fernsehen, das die Pilger einen halben Tag begleitete.

Der Meditationsweg von Steinbach nach Rehbach ist ebenso als Pilgerweg zu verstehen. Es kommen Pilger von Walldürn, Pilger der Franziskanischen Gemeinschaft (FG) aus Marienthal und  wie dieses Jahr auch 60 Leute der so genannten „Hessischen Pilgerwege“, die hier begleitet und verköstigt wurden.

Das „FZE“ ist außerdem eingebunden in den „Elisabeth-Pfad-Verein“ e.V. von Frankfurt nach Marburg. Deshalb gab es eine Mitbeteiligung in der Leitung auf der Strecke von Altenberg nach Marburg im September dieses Jahres (2003).

Außerdem wurde eine Pilgergruppe von Italien mehrere Tage geistlich begleitet in Oberwalluf und Marburg um den 24. Juni.

Beim  Evangelischen Kirchentag in Frankfurt voriges Jahr (2002) war das „FZE“ mit einem eigenen Pilger-Stand vertreten.


 

Kontaktadressen  von Pilgerwegen in  Hessen:

Franziskanisches Zentrum „FZE“ in Michelstadt-Rehbach (siehe Internetadresse)pilger

Hessische Pilgerwege, vorbereitet und durchgeführt vom Referat Geistliches Leben, Solmsstrasse  8, Frankfurt (Paul Clotz) – Tel. 069/972658-53
E-MAIL: paul.clotz@zentrum-verkuendigung-ekhn.de
Elisabethpfad e.V. – Schützenstrasse 39 – 35039  Marburg. Tel. 06421/65683
E-Mail : info@elisabethpfad.de – www.elisabethpfad.de
Einhardweg Michelstadt – Steinbach – Seligenstadt (siehe INFO Staatliche Schlösser und Gärten in Hessen–Bad Homburg)

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